Hygiene bei der Maniküre: woran Sie ein sauberes Nagelstudio erkennen

Gute Hygiene bei der Maniküre erkennen Sie zum Teil schon beim Termin selbst: Der Arbeitsplatz ist sauber, benutzte Instrumente liegen nicht herum, und die Person, die Ihre Nägel macht, reinigt und desinfiziert sich vor der Behandlung die Hände. Was Sie nicht sehen, ist die Aufbereitung der Instrumente, also ob Zangen und Scheren seit der letzten Kundin gereinigt und desinfiziert wurden und ob die Feile eine Einwegfeile ist oder nach jeder Anwendung desinfiziert wird. Wie ein Studio seine Instrumente reinigt, dürfen Sie ruhig fragen, und dazu rät auch die American Academy of Dermatology (AAD), der Fachverband der Hautärztinnen und Hautärzte in den USA.
Reinigen, desinfizieren und sterilisieren: worin der Unterschied liegt
Für die Hygiene im Nagelstudio hilft es, drei Schritte auseinanderzuhalten, die die US-Gesundheitsbehörde CDC in ihrer Richtlinie zur Desinfektion und Sterilisation in Gesundheitseinrichtungen beschreibt (CDC, Begriffe, auf Englisch). Reinigen heißt, sichtbaren Schmutz von Gegenständen und Flächen zu entfernen, meist mit Wasser und einem Reinigungsmittel. Desinfizieren beseitigt auf Gegenständen viele oder alle krankmachenden Mikroorganismen mit Ausnahme von Bakteriensporen, während Sterilisieren alle Formen mikrobiellen Lebens zerstört oder beseitigt.
Dabei kommt es auf die Reihenfolge an, denn laut CDC hängt die Wirkung von Desinfektion und Sterilisation unter anderem davon ab, ob ein Gegenstand vorher gereinigt wurde, und vor dem Sterilisieren hält sie eine gründliche Reinigung für unerlässlich, weil Rückstände auf den Instrumenten die Wirkung beeinträchtigen. Ein Instrument wird deshalb zuerst gereinigt und erst danach desinfiziert oder sterilisiert.
Welche Hygienevorschriften für die Maniküre in Österreich gelten
Die Maniküre gehört in Österreich als Hand- und Nagelpflege zum Gewerbe Kosmetik (Schönheitspflege), so beschreibt es die Wirtschaftskammer Wien (WKO Wien). Für Fußpflege, Kosmetik und Massage regelt eine eigene Verordnung die Hygiene, die „Ausübungsregeln für Fußpflege, Kosmetik und Massage durch Gewerbetreibende“ (BGBl. II Nr. 262/2008), deren Anforderungen in Anlage 1 stehen (RIS, Anlage 1). Für Kosmetikbetriebe verlangt sie, dass Arbeitsgeräte wie Scheren, Nagelzangen, Hautzangen und Feilen nach der Anwendung chemisch oder thermisch desinfiziert werden, oder dass Einmalprodukte verwendet und nach jeder Anwendung entsorgt werden.
Aus derselben Anlage sind einige weitere Punkte für Sie als Kundin interessant, und manche davon sehen Sie beim Termin selbst:
- Hände und Unterarme werden vor Arbeitsbeginn und nach jeder abgeschlossenen Tätigkeit gereinigt und desinfiziert, und zum Abtrocknen werden Einmalhandtücher verwendet.
- Flächen, die mit der Haut der Kundin in Kontakt kommen, werden nach jeder Benützung gereinigt und desinfiziert.
- Gereinigte, desinfizierte oder sterilisierte Instrumente werden staubgeschützt aufbewahrt.
- Cremen werden mit einem Wegwerfspatel oder einem Kunststoffspatel entnommen, der nach jedem Gebrauch gereinigt und desinfiziert wird.
- Stoffhandtücher werden nur einmal verwendet und täglich in der Kochwäsche gewaschen.
- Kugelsterilisatoren dürfen nicht verwendet werden, und wer einen Sterilisator neu anschafft, muss einen Dampfsterilisator nehmen.
Für wiederverwendbare Maniküre-Instrumente verlangt die Verordnung also das Reinigen und Desinfizieren nach jeder Anwendung, und wenn ein Studio seine Instrumente danach zusätzlich sterilisiert, kommt der Schritt dazu, der über die Desinfektion hinausgeht.
Einwegfeilen und eigene Instrumente
Eine Einwegfeile wird nur bei Ihrer Behandlung verwendet und danach entsorgt, sie ist also zu Beginn neu, und wenn Sie das nicht erkennen können, fragen Sie einfach, ob die Feile neu ist und nach dem Termin weggeworfen wird. Bei einer Feile, die wiederverwendet wird, ist die passende Frage, wie sie nach der Anwendung desinfiziert wird. Wer oft zur Maniküre geht, kann laut AAD auch überlegen, eigene Instrumente zu kaufen, die dann im Studio verwendet werden (AAD zur Sicherheit bei Maniküre und Pediküre, auf Englisch), und ob das in einem Studio möglich ist, klären Sie am besten schon bei der Terminvereinbarung. Welche Feile sich für zu Hause eignet, lesen Sie im Beitrag Kurze Nägel richtig feilen.
Woran Sie beim Termin ein sauberes Studio erkennen
Bei der Suche nach den besten Nagelstudios in Wien helfen Fotos von fertigen Nägeln wenig, wenn es um Hygiene geht, weil sie sich erst im Studio selbst zeigt. Die AAD nennt auf derselben Seite einige Punkte, auf die Sie bei einem Besuch achten sollten:
- ob die Person, die Ihre Nägel macht, die nötige Erfahrung hat und, wo eine verlangt wird, die nötige Berechtigung,
- ob die Arbeitsplätze sauber sind,
- ob sie sich zwischen zwei Kundinnen die Hände wäscht,
- ob benutzte, schmutzige Instrumente herumliegen.
Wirkt ein Studio nicht sauber, rät die AAD, lieber in ein anderes zu gehen.
Zur Hygiene gehört auch der Umgang mit der Nagelhaut, denn zum Schutz vor Infektionen rät die AAD, die Nagelhaut nie zu schneiden und nie kräftig zurückzuschieben. Wenn Sie sie doch zurückschieben möchten, tun Sie das nur sanft nach dem Duschen oder Baden. Warum die Nagelhaut den Nagel schützt, steht im Beitrag Nagelhaut schneiden oder nicht.
Was Sie im Studio fragen können
Diese Fragen lassen sich gut am Anfang des Termins stellen:
- Wie werden die Instrumente nach jeder Kundin gereinigt und desinfiziert, und werden sie danach auch sterilisiert?
- Ist die Feile eine Einwegfeile, oder wie wird sie nach der Anwendung desinfiziert?
- Wird bei der Maniküre die Nagelhaut geschnitten, oder wird sie nur gepflegt?
Umgekehrt ist es wichtig, dass Sie vor der Behandlung sagen, wenn Sie eine Allergie, eine Hauterkrankung oder eine offene oder entzündete Stelle an den Händen haben.
Wann Sie nach einer Maniküre ärztlichen Rat brauchen
Wird die Haut um einen Nagel nach einer Maniküre rot, schwillt sie an, tut sie weh oder bildet sich Eiter, dann lassen Sie das von einer Hautärztin oder einem Hautarzt anschauen, und das gilt ebenso, wenn sich ein Nagel verfärbt oder vom Nagelbett abhebt. Laut AAD können Rötung und Schwellung rund um einen Nagel auf eine Infektion hinweisen, die sich, früh erkannt, oft mit Bädern und Antibiotika behandeln lässt (AAD zu Nagelveränderungen, auf Englisch). Einen Nagel, der sich abhebt, sollte nach der AAD in jedem Fall eine Hautärztin oder ein Hautarzt untersuchen, und als eine mögliche Ursache nennt sie eine Verletzung durch eine aggressive Maniküre.
Hygiene bei Anni Nails in Meidling
Bei Anni Nails sind die Sterilisation der Instrumente und Einwegmaterialien ein fester Bestandteil jeder Behandlung. Die Instrumente werden zuerst in eine Desinfektionslösung gelegt und danach in einem Sterilisator bei hoher Temperatur sterilisiert, und für die Maniküre werden Einwegfeilen verwendet. Anastasia macht seit über zehn Jahren Maniküre, arbeitet mit kurzen Nägeln und ohne aggressive Techniken und geht behutsam mit der Nagelplatte um.
Die „Maniküre (File / Classic)“ ist eine klassische Maniküre mit Feilen und Pflege der Nägel, sie dauert etwa 50 Minuten und kostet 40 €, und wie bei jeder Behandlung gehört eine persönliche Beratung zur Pflege von Nägeln und Händen dazu. Allergien, Hauterkrankungen oder gesundheitliche Bedenken sagen Sie bitte vor der Behandlung, so steht es auch in den Geschäftsbedingungen, und bei ansteckenden Erkrankungen kann eine Behandlung aus Sicherheitsgründen abgelehnt werden.
Das Studio liegt in der Schönbrunner Straße 253, 1120 Wien, und hat Montag bis Samstag von 9 bis 20 Uhr geöffnet, am Sonntag auf Anfrage. Alle Behandlungen mit Preisen finden Sie unter Leistungen und Preise, und einen Termin vereinbaren Sie online über Termin buchen.


